Zurzacherinnen am „Quer durch Zug“ auf Podestplatz

Bad Zurzach (ax) – Am grössten Staffellauf-Wettbewerb durch die Zuger Altstadt zeigten die Mädchen U14 des LC Bad Zurzach eine solide Leistung. Sie wurden in einem spannenden Rennen Dritte.

 

Es war für die Zurzibieter Leichtathletinnen am vergangenen Samstag der Auftakt zur Freiluftsaison 2015.  Vom organisierenden STV Zug war der LC Bad Zurzach eingeladen worden, an diesem schon zum einundsiebzigsten Mal ausgetragenen Staffel-Wettbewerb  teilzunehmen. Vor einem Jahr erlebten die Zurzacherinnen erstmals diese einzigartige Fest-Stimmung. Diesmal meldeten sich gleich vier Fünferteams aus Zurzach für den Strassenlauf an.

 

Eine einzigartige Stimmung

Ein Staffellauf in den Gassen einer malerischen Altstadt am Zugersee, um Hausecken herum und an dichtgedrängten Zuschauerreihen vorbei, zum Teil bergan laufend und dann wieder an Geschäften, Kirchen und historischen Gebäuden vorbei, eine steil abfallende Strasse mit Kopfsteinplaster runter ins Ziel ist einzigartig und attraktiv. Sowas bot den Zurzacherinnen unter den 278 startenden Teams und 1390 Läuferinnen und Läufern ganz besonderes Kribbeln. Massenstart auf dem Kolinplatz für jede Kategorie. Ellbogengedränge, Suche nach einer guten Ausgangsposition, taktischer Zwischenspurt vor der Wendemarke, dranbleiben an der Spitze, immer voll laufend. Das war neu. Wegen des zum Teil fehlenden Stehvermögens (Schnelligkeitsausdauer) und Gedränge bei der Stabübergabe wurde die eine oder andere Zurzacher Läuferin von Konkurrentinnen überholt.

 

Die Jüngsten machten alles richtig

Die Teammitglieder der Mannschaft U14 „Zurzach 1“ waren sich bis anhin gewohnt, in den Sprint-Wettkämpfen nur kurze Distanzen zu laufen. Doch die Teilstrecken am „Quer durch Zug“ waren unterschiedlich lang und verlangten den Läuferinnen alles ab. Die erste Läuferin hatte 210 Meter zu sprinten, die zweite 160 Meter, die dritte 150 Meter, die vierte gar 220  Meter und die Schlussläuferin nochmals 150 Meter. Monja Richner war Startläuferin und schaffte bis zur ersten Übergabe eine ausgezeichnete Ausgangsposition, dann folgte Laura Perlini, welche an Andrina Schleuniger übergab. Dann zeigte die junge Mittelstreckenläuferin Vera Baumann eine ganz starke Leistung und konnte zur Spitze aufschliessen. Da wurde aber gerempelt, gestossen und die erfahrenen regionalen Vereine, welche schon mehrmals mit dabei waren, wussten recht gut, dass man Angriffe parieren musste. Weil die Übergaben des Staffelstabes allerdings meistens im Gedränge vollzogen werden mussten, ging hier und dort Zeit verloren bis die übernehmende Hand gefunden worden war. Jamie Reuper übernahm als Schlussläuferin in dritter Position. Sie konnte diesen Platz bis ins Ziel halten. Der Rückstand auf das führende Team von der LG Nordstar Luzern betrug nur 2,72 Sekunden oder nur fünf Meter. Die Kraft reichte nicht mehr, diesen Rückstand am Schluss noch aufzuholen. Die Zurzacher Mädchen mussten sich lange in Geduld üben, um Gewissheit über einen Podestplatz zu haben. Denn in der gleichen Kategorie wurde gleich in vier Serien gelaufen. Die Freude war am Schluss gross. Die gelaufene Zeit von 2:15,80 Minuten wurde durch später laufenden Teams nicht mehr unterboten.


Sie liefen auf den 3. Rang: Monja Richner, Laura Perlini, Vera Baumann, Jamie Reuper und Andrina Schleuniger (von links)
Sie liefen auf den 3. Rang: Monja Richner, Laura Perlini, Vera Baumann, Jamie Reuper und Andrina Schleuniger (von links)

Das ebenfalls in der gleichen Kategorie mitlaufende Team U14 „Zurzach 2“ mit Mireille Buchenberger, Fiona Binder, Lena Fischer, Alisha Smolders und Alicia Fechner kam in der Zeit von 2:39.22 auf Platz 36. Es waren wichtige neue Eindrücke für die jungen Läuferinnen. Im nächsten Jahr wollen sie mutiger sein und die Teilstrecken forscher angehen.


Favorisierten Juniorinnen aus Zurzach vergaben Medaille

Im Fünferteam der höchsten und stärksten Kategorie Frauen/Juniorinnen liefen für Zurzach Svenja Moll, Leonie Neff, Annabell Büeler, Dina Holenstein, Tessa Morshuis und Ersatzläuferin Delia Schüpbach. Vier von ihnen waren schon im letzten Jahr mit dabei. Sie durften sich gute Chancen ausrechnen. Alle sind durchtrainiert und haben einen hohen Leistungsausweis. Svenja Moll und Leonie Neff führten auf ihren Strecken das Feld an. Doch im Gedränge beim Wechsel vier fand die Hand von Annabell Büeler jene der übernehmenden Dina Holenstein nicht. Wertvolle Sekunden gingen verloren. Und nachdem die starke Sprinterin Tessa Morshuis noch versuchte, Terrain gut zu machen, fehlten am Schluss zu den Siegerinnen vom TV Muttenz, die Bestzeit gelaufen sind mit 2:44,61 Minuten, lediglich 2,72 Sekunden. Diese sechs Meter gingen beim verpatzten Wechsel verloren und der Traum von einem Podestplatz, der so sicher schien, eben auch. So nah sind Sieg und Niederlage beieinander!

Startszene mit Svenja Moll (Nr. 49)
Startszene mit Svenja Moll (Nr. 49)

Vom hohen Anfangstempo überrascht

Das in Zug erstmals startende U16-Frauenteam aus Bad Zurzach mit Elvira Suter, Florence Arn, Nina Skulj, Aline Buchenberger und Leonie Moll staunten nicht schlecht, als sie merkten, wie die Post abging. Wenn man nicht alles gab und versuchte, voll mitzulaufen, dann war der Anschluss zur Spitze verpasst und nicht mehr aufzuholen. Diese Erfahrung und Kampfgeist fehlte den Mädchen vom LC. Wie doch die zweifache Juniorenweltmeisterin über 1500 Meter und 3000 Meter Anita Weyermann und eine der besten Schweizer Sportlerinnen nach ihren Siegen so deutlich sagte: „Gring ache u seckle“! Der Ausspruch entwickelte sich in der Schweiz schnell zu einem geflügelten Wort im Sinne von sich durchbeissen. Das soll denn auch das Ziel sein für die Zukunft. Zug war eine Reise wert. Ein interessanter Auftakt in die Outdoor-Saison 2015!

eindrückliche Laufstudie mit Aline Buchenberger
eindrückliche Laufstudie mit Aline Buchenberger

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