Die Nachwuchsathleten zeigten grosses Können

Bad Zurzach (ax) – Am vergangenen Wochenende gingen die Zurzacher Leichtathleten in Basel und St. Gallen in der Halle an den Start. Sie brachten allesamt persönliche Bestleistungen mit nach Hause!


Seit Oktober läuft das Wintertraining in der Halle. Drei- bis fünfmal wird hart trainiert und an der Technik geschliffen. Im Vordergrund steht allerdings das sogenannte allgemeine und spezielle Konditionstraining, bei dem die Schnelligkeit, die Sprungkraft, die Wurfkraft, die Beweglichkeit, die Koordination und die Schnelligkeitsausdauer (wiederholtes schnelles Laufen über lange Distanzen von 150 – 400 Meter ohne Geschwindigkeitsverlust) verbessert werden. Es ist ein hartes Training. Doch nur wer sich konsequent durchbeisst, erreicht ein höheres Leistungsniveau. Und das ist letztlich das Ziel: immer höher, weiter und schneller! Das ist dann die Belohnung für die Athleten und die Trainer. Das bringt Freude, die nicht gekauft werden kann! Und der Besuch von Hallenwettkämpfen während des Aufbautrainings ist eine willkommene Auflockerung und gibt den Athleten und Trainern Auskunft über die Formentwicklung. In St. Gallen gingen neun Athletinnen und Athleten an den Start und in Basel wollte Jamie Reuper aus Tegerfelden beweisen, dass mit ihr wieder zu rechnen ist.


Jamie Reuper (2002) überzeugt im Sprint und in den Hürden

Sie startet mit ihrem Jahrgang in der weiblichen Kategorie U14. Am ersten Meeting in dieser Saison legte Jamie im Sprint über 60 Meter in der Zeit von 8.77 Sekunden gleich eine neue Bestmarke hin und sie ist momentan im Kanton Aargau die schnellste Nachwuchsathletin. In der Schweiz nimmt sie den achten Platz ein. In den Hürden über 60 Meter hat sie die grössten Fortschritte erzielt. Die in Basel gelaufene Zeit von 11.10 Sekunden ist beachtlich. Wohl ist die Technik noch zu kantig, die Hindernisse werden noch viel zu hoch überlaufen und der Dreier-Rhythmus kann nicht bis ins Ziel durchgezogen werden. Dennoch ist sie jetzt die Nummer zwei im Aargau und die Nummer vier in der Schweiz. Das sollte motivieren, weiterhin hart an sich zu arbeiten.

Leonie Moll sowie Joel und Mike Erne im Stab hoch hinaus

Stabspringen ist die anspruchsvollste leichtathletische Einzeldisziplin. Neben Mut, Schnelligkeit, Sprung- und Armkraft ist auch turnerisches Können gefragt. Hier sind klar  Fortschritte erzielt worden. Die drei trainieren sowohl mit dem Zurzacher Stabtrainer Martin Schütz als auch mit dem ALV-Kadertrainer Kari Sager in Aarau. Der Weg ist ihnen nicht zu lang und der Aufwand nicht zu gross. Und das trägt Früchte. Drei persönliche Bestleistungen indoor wurden aufgestellt. Mike Erne erreichte sehr gute 2.90 Meter. In der Kategorie U16 ist er damit klar die Nummer 1 im Kanton Aargau und rückte in der Schweizer Bestenliste auf Rang 3 vor. Sein Zwillingsbruder Joel kam auf 2.70 Meter. Er ist hinter seinem Bruder der zweitbeste Aargauer und Nummer 6 in der Schweiz. Leonie Moll (2001) ist nun in die Kategorie der Frauen U16 aufgestiegen und hat es dort schweizerisch bereits auf den dritten Platz geschafft. Im Aargau ist sie unumstritten die Nummer 1. Im Sprint über 60 Meter zeigte sie sich ebenfalls von der besten Seite und lief in 8.70 Sekunden persönliche Bestzeit. Bald wird in Bad Zurzach die neue Stabhochsprunganlage im Freien installiert. Dann wird es hoffentlich nochmals einen Motivationsschub und bestimmt auch die neuen Höhen geben, die bisher noch nie gesprungen werden konnten.

Grossartige Sprints und Hürdenläufe in St. Gallen

In der Kategorie der Frauen U20 und U18 gingen vom LCB gleich sechs Läuferinnen über die kurze Sprintdistanz von 60 Meter an den Start. Svenja Moll (1999) ist dieses Jahr in ihrer Bestform und ist weiterhin schnellste Aargauerin Sprinterin mit den gelaufenen 8.08 Sekunden und die Nummer 7 in der Schweiz. Tessa Morshuis kam auf sehr gute 8.12 Sekunden, Leonie Neff (U20) auf 8.15 Sekunden, die neue Sprinthoffnung Delia Schüpbach auf 8.34 Sekunden, Dina Holenstein auf 8.51 Sekunden und Annabell Büeler (U20) auf 8.61 Sekunden.


In den Hürden werden die Damen ebenfalls immer schneller. Tessa Morshuis lief neue Bestzeit mit 9.00 Sekunden und Leonie Neff mit 9.29 Sekunden ebenfalls. Sie sind damit in der Schweizer Spitze etabliert. Dina Holenstein freundet sich allmählich mit den Hürden an und beherrscht nun den Dreierrhythmus. 10.33 Sekunden waren die Ausbeute.


Doch ein echtes Highlight wurde der Sprint über die volle Bahnrunde mit 200 Meter. Gleich sechs Zurzacherinnen wollten es wissen. Für die meisten ist diese Distanz Neuland. Hier braucht es Stehvermögen, Kraft, Wille, Zähigkeit und die Fähigkeit zum Durchbeissen. Leonie Neff kam auf hervorragende 26.63 Sekunden. Das bedeutet Platz zwei im Aargau und Platz fünf in der Schweiz! Tessa Morshuis kam auch sehr gute 27.02 Sekunden, Svenja Moll auf 27.86 Sekunden, Annabell Büeler auf 28.64 Sekunden, Dina Holenstein auf 28.84 Sekunden und schliesslich Delia Schüpbach auf 29.34 Sekunden. Das darf sich sehen lassen. Der Trainer Cor Madou war sehr zufrieden mit seinen Schützlingen.

Als Abschlussüberraschung bot Tessa erstmals einen Auftritt im Kugelstossen und kam auf beachtliche 9.70 Meter mit dem 3.00-Kilogerät.