Mutige Leonie Moll springt mit dem Stab immer höher!

Bad Zurzach (ax) – Die erst 14 Jahre alte Leichtathletin Leonie Moll aus Tegerfelden springt in Magglingen mit 2.60 Meter neue persönliche Bestleistung.

Der seeländische Hallenmehrkampf im Stadion „End der Welt“ von Magglingen hat Tradition. Dieses Jahr wurde neben dem Mehrkampf auch ein individueller Wettkampf für Stabhochspringer angeboten. Davon Gebrauch machten vom LC Bad Zurzach Leonie Moll aus Tegerfelden sowie die vielseitigen Zwillinge Mike und Joel Erne aus Würenlingen.


Stabhochsprung ist Artistik

Sie ist unauffällig, aufmerksam und aggressiv. Letzteres allerdings nur im Stabhochsprung-Wettkampf. Dank der Vielseitigkeit und der turnerischen Fähigkeiten, die sie sich beim Geräteturnen in der Jugendriege Tegerfelden erworben hat, fällt Leonie Moll der Umgang mit dem Stab leicht. Sie weiss ihn zu biegen, zu bändigen und sich mit maximaler Körperspannung reinzuhängen wie eine Kunstturnerin am Stufenbarren oder am Reck. Sie hat genügend Armkraft, kann sich mit ihrer ausgezeichnet entwickelten Bauchmuskulatur am Stab gut einrollen und sich hochschleudern lassen. Stabspringen ist Artistik. Es braucht dreidimensionales Denken beim Absprung, Einrollen, Hochstechen in den Handstand und dann Eindrehen zur Lattenüberquerung und nach der 180°-Drehung wieder zurückschauen zum Anlauf sowie sich kontrolliert runterfallen lassen mit weicher Landung in die 1.20 Meter dicke Schaumstoffmatte. Das ist wirklich eine attraktive Herausforderung.


Strenge Wettkampfbestimmungen

Die 16 gemeldeten Stabhochspringer und –springerinnen wurden alle einer einzigen Wettkampfgruppe zugeteilt um den Wettbewerb möglichst speditiv abwickeln zu können. Daher wurde die Latte jeweils gleich mit einer Steigerung um zwanzig Zentimeter auf die nächste Sprunghöhe gelegt. Das war natürlich für die Zurzacher Stäbeler ungewohnt. In Jugendwettkämpfen werden die Sprunghöhen um fünf oder zehn Zentimeter nach oben verändert. Doch man durfte ja letztlich mit den „Grossen“ springen. Und das ist auch attraktiv.


Welches ist der richtige Stab?

Die Wahl des Stabes im Wettkampf ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Insbesondere ist es das Körpergewicht des Athleten, sodann die angestrebte Höhe sowie die Geschwindigkeit, mit welcher der Springer oder die Springerin den Stab in den Einstichkasten einführt und sich dann mit möglichst hoher Absprunggeschwindigkeit in das biegsame Rohr reinhängt. Daher wird beim Kauf der Stäbe nach Härte und Widerstand sowie nach der Sprunghöhe und Körpergewicht gefragt. Für Nachwuchsspringer kostet ein Stab um die 600 und bei fortgeschrittenen Springern um die 1000 Franken. Es geht also ins Geld. Mit zunehmender Höhe und Geschwindigkeit müssen alle zwei Jahre neue Stäbe angeschafft werden.


In nur fünf Sprüngen zur persönlichen Bestleistung

Leonie Moll begann auf der bescheidenen Höhe von 2.00 Metern. Es ging dann schnell aufwärts, je im ersten Versuch auf 2.20 Meter und dann auf 2.40 Meter. Die neue Höhe von 2.60 Meter wurde im zweiten Versuch gemeistert. 2.80 Meter waren dann doch noch zu hoch und zu anspruchsvoll. Mit der gültigen Höhe von 2.60 Meter ist Leonie nun die Nummer eins im Kanton Aargau in der Alterskategorie U16 und gesamtschweizerisch die Nummer acht.


Mike Erne kam in diesem Wettkampf auf gute 2.80 Meter. Dafür brauchte er nur vier Versuche. Er sprang mit verschiedenen Leihstäben und wollte die für ihn unbekannten Eigenschaften seines Wettkampfgerätes ausprobieren. Härtere Stäbe können störrisch sein. Der Stab darf nicht den Athleten beherrschen, nein umgekehrt muss es sein. Daher schaffte Mike keine Bestleistung. Sein Bruder Joel sprang 2.60 Meter. Die Endgeschwindigkeit im Anlauf war nicht hoch genug. Doch die beiden sind auf einem guten Weg. Sie belegen in der Schweiz 2015 den dritten und den siebten Rang in der Halle.