An Meisterschaften elf Medaillen eingeheimst!

Bad Zurzach (ax) – Zurzacher Leichtathleten dominieren in Wohlen an den Aargauer Meisterschaften die Disziplinen Hürden, Sprint, Stab, Kugel sowie Speer und erreichen insgesamt gar zwölf persönliche Bestleistungen.


Bereits vor zwei Wochen waren die Athletinnen und Athleten des LC Bad Zurzach in Wohlen an den Schülermeisterschaften, also in den Kategorien der Jüngsten U12 und U14 mit drei Gold- und drei Silbermedaillen erfolgreich. Nun überraschten die Fortgeschrittenen in den höheren Kategorien U16, U18 und U20 mit nie dagewesenen Erfolgen! In acht Disziplinen sprinteten, warfen und sprangen über 400 Leichtathletinnen und Leichtathleten um die begehrten Meistertitel. Aus Bad Zurzach dürfen sich dieses Jahr gleich fünf Frauen und ein Mann Aargauer Kantonalmeister nennen!


Svenja Moll und Tessa Morshuis duellieren sich im Sprint über 100 Meter

Sieg von Svenja Moll (rechts) im Sprint vor Tessa Morshuis
Sieg von Svenja Moll (rechts) im Sprint vor Tessa Morshuis

Bisher war in den direkten Wettkämpfen immer die Zurzacherin Tessa Morshuis vor ihrer Clubkameradin Svenja Moll aus Tegerfelden im Ziel. Nun drehte aber Svenja in Wohlen kräftig auf. Sie liess nichts anbrennen, zeigte im Vorlauf mit guten 12.71 Sekunden einen souveränen Sieg im Vorlauf mit persönlicher Bestleistung. In der zweiten Vorlaufserie bretterte Tessa ebenfalls in einer neuen Bestzeit von 12.62 Sekunden über die Bahn. Doch das war noch nicht das Mass aller Dinge: Svenja konnte ihre Lockerheit im Final behalten, setzte sich in ihrer hohen Nähmaschinen-Frequenz an die Spitze und gab diese nicht mehr ab bis ins Ziel. 12.56 Sekunden lautete die Siegerzeit für Svenja Moll. Tessa Morshuis wurde Zweite in nochmals verbesserter persönlichen Bestzeit von 12.60 Sekunden. Und die dritte Zurzacher Frau im Königsfinal über 100 Meter war die Baldingerin Jessica Büeler mit Rang sechs und ebenfalls mit einer persönlichen Bestleistung von 12.95 Sekunden. Einfach grossartig, wie diese drei Frauen sich nun schon über sechs Jahre an der Spitze halten und sich ständig steigern konnten!


Tessa unangefochten über 100 Meter Hürden und Jessica Büeler wird Zweite

Das muss man ihnen lassen: Hürdenlaufen können diese Frauen. Es ist die eleganteste leichtathletische Disziplin und man muss vieles beherrschen, um erfolgreich zu sein. Eine hohe Grundschnelligkeit, dann die Beweglichkeit in den Hüften für ein möglichst enges und hoch geführtes Nachziehbein, blitzartiges Vorschnellen des Schwungbeines beim Angehen der Hürden, als ob ein Klappmesser sich öffnen würde. Schnelles Bodenfassen nach dem Überqueren des Hindernisses ist angesagt. Und wenn alles richtig gemacht wird, dann ist die Laufzeit nur rund zwei Sekunden höher als beim Sprint über 100 Meter ohne Hindernisse. Bei Tessa Morshuis beträgt diese Differenz nur noch 2.18 Sekunden. Das ist Spitze. Im Final zeigte sie grosses Können mit einem fehlerfreien Lauf in der sehr guten neuen Bestzeit von 14.79 Sekunden. Ihre um ein Jahr jüngere Clubkollegin Jessica Büeler kommt immer näher ran. Ihre Technik konnte sie bei Trainer Cor Madou stark verfeinern. Die Frequenz zwischen den Hürden ist höher geworden und die Flugbahn über den Hürden kürzer. Die gelaufenen 15.71 Sekunden dürfen sich sehen lassen.

Tessa Morshuis (Mitte) im Hürdenlauf vor Jessica Büeler (links)
Tessa Morshuis (Mitte) im Hürdenlauf vor Jessica Büeler (links)

Und welche Schmach: Bei den Hallenmeisterschaften in Magglingen wurde Leonie Neff schon einmal wegen eines Fehlstartes disqualifiziert. In Wohlen ereilte sie das gleiche Schicksal im Hürdenlauf erneut. Sie konnte bis zum Schuss des Starters in der Position „Fertig“ einfach nicht ruhig bleiben und bewegte sich leicht vor dem Abfeuern der Pistole. Aus der Traum. Und dabei hatte sie eine Medaille auf sicher! Doch so wurden schon Olympiasiege vergeben!


Annabell Büeler über sich hinausgewachsen

Die Mehrkämpferin ging in Wohlen in den drei Disziplinen Kugelstossen, 100 Meter Sprint und Weitsprung an den Start. Im Sprint konnte sie sich für den Final qualifizieren und wurde in 13.11 Sekunden gute Vierte. Im Weitsprung kam Annabell mit weiten 4.73 Metern auf Platz fünf. Doch im Kugelstossen zeigte sie die wahre Meisterin. Sie stiess das vier Kilogramm schwere Gerät so weit wie noch nie. Gute 11.40 Meter betrug die Siegesweite. Neuer Vereinsrekord, die Nummer eins im Kanton Aargau und in der Schweiz die Nummer sieben. Annabell ist kräftiger, schneller, explosiver und technisch ausgereifter geworden. Das hat sich nun ausbezahlt. Die LC-Athletin Tanja Humbel aus Kleindöttingen stand ihr im Kugelstossen nicht viel nach. Sie wurde Dritte in guten 10.30 Metern. Zudem erreichte Tanja im Diskuswerfen den vierten Platz mit 23.73 Meter und im Speerwerfen den fünften Platz mit 26.23 Meter. 


Leonie Neff erneut Kantonalmeisterin im Speer

Im letzten Jahr warf Leonie in der Alterskategorie U18 der Frauen noch einen Speer mit dem Gewicht von 500 Gramm auf die Kantonalrekordweite von 43.54 Meter.  Nun hat sie dieses Jahr die Kategorie gewechselt und muss ein schwereres Gerät werfen. Das spürt man schon. Wohl hatte Leonie in Landquart im Mai einen ausgezeichneten Einstand mit dem neuen Gerät mit sehr guten 40.56 Meter. Aber in Wohlen hatte Leonie mit einem starken Seitenwind zu kämpfen. Der störte die Flugbahn des Gerätes stark. Sie musste sich mit 35.41 Meter begnügen. Doch auch das reichte zum Sieg. Zum einen wegen der Disqualifikation im Hürdenlauf und anderen wegen der bescheidenen Weite war Leonie dieses Jahr mit der Meisterschaft nicht zufrieden. Das kann sie jedoch demnächst an den Regionenmeisterschaften vom 20. Und 21. Juni in Aarau, wo neun Kantone vertreten sein werden, wieder wettmachen.

Leoni Neff (Mitte) Siegerin im Speer
Leoni Neff (Mitte) Siegerin im Speer

Der Stabhochsprung ist nunmehr die Paradedisziplin der Zurzacher 

In den letzten Jahren war man es gewohnt, dass Lena Schütz die Kastanien aus dem Feuer holt. Während fünf Jahren war Lena unangefochten die Nummer eins im Stabhochsprung im Kanton Aargau. Seit ihrem kürzlich erfolgten Rücktritt rücken nun jüngere Springer und Springerinnen als Sieger und Siegerinnen nach. Die Zwillinge Mike und Joel Erne aus Würenlingen haben mit Ausdauer und Hartnäckigkeit an ihrer Technik und Schnelligkeit beim Clubtrainer Martin Schütz und beim Kadertrainer Kari Sager vom BTV Aarau unermüdlich gearbeitet. In Wohlen sprangen beide in der Kategorie U16 auf die Besthöhe von 3.00 Meter, was in der schweizerischen Bestenliste den fünften und sechsten Rang bedeutet. Das ist für vierzehnjährige junge Männer erstaunlich und bewundernswert. Mike schaffte diese Höhe im zweiten Versuch, sein Bruder Joel brauchte für die gleiche Höhe drei Sprünge. Daher wurde Mike als Sieger ausgerufen und Joel durfte die Silbermedaille in Empfang nehmen.

Joel (links) und Mike (rechts) Silber und Gold im Stabhochsprung
Joel (links) und Mike (rechts) Silber und Gold im Stabhochsprung

Weil es in der Kategorie der Frauen U16 zu wenige Anmeldungen hatte im Stabhochsprung, meldete sich Leoni Moll kühn in der Kategorie der Frauen U18 an, obschon sie erst 14 Jahre alt ist! Das unauffällige Mädchen brachte die Zuschauer aber zum Staunen. Leonie schlug die ganze Konkurrenz und gewann das Stabhochspringen zum zweiten Mal mit der persönlichen Bestleistung von 2.60 Meter.  Sie ist damit die Nummer acht in der Schweiz.  


Mathias Vögele wieder im Kommen

Während der Leibstädter LC-Athlet im letzten Jahr noch auf Speer und Kugel setzte, konzentrierte er sich in den letzten Monaten vermehrt auf das Hürdenlaufen und den Sprint. Im Hinblick darauf, dass er bald mit dem Zehnkampf beginnen möchte, war das auch richtig und motivierend. Mathias erreichte in seinem ersten Lauf über 110 Meter Hürden in der Kategorie U20 der Männer sehr gute 16.54 Sekunden. Er durfte für diese Leistung die Silbermedaille in Empfang nehmen, was ihn sehr überraschte. Er lag gar vor dem routinierten Mehrkämpfer Basile Schneider von der LV Wettingen Baden. Mit der Zeit aus dem 100 Meter-Sprint von 12.38 Sekunden war Mathias nicht ganz zufrieden, weil er den Einzug ins Final verpasst hatte. Doch er befindet sich auf einem guten Weg.


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