Yannick Rohrer an Schülermeisterschaften bester Aargauer im Sprint und Weitsprung

Bad Zurzach (ax) – Die Nachwuchsathleten des LC Bad Zurzach waren an den Kantonalmeisterschaften in Wohlen mit dreimal Gold und dreimal Silber erneut sehr erfolgreich.

Die Medaillengewinner (von links) Eliseo Weber, Yannick Rohrer, Adrian Mathis und Jamie Reuper
Die Medaillengewinner (von links) Eliseo Weber, Yannick Rohrer, Adrian Mathis und Jamie Reuper

Die Aargauer Schülermeisterschaften stehen jeweils recht früh im Kalender des Kantonalverbandes. Seit Jahren ist der TV Wohlen der zuverlässige Organisator dieses Grossanlasses auf der schönen Sportanlage Niedermatten. Über 400 Jugendliche im Alter zwischen acht und dreizehn Jahren waren eingeschrieben.  Das sind die Kategorien U10, U12 und U14. Aus dem Zurzibiet waren heuer vierzehn Jugendliche angemeldet. Die Zielsetzung lautete für diese hoffnungsvollen Athletinnen und Athleten: Darstellen einer guten Leistung und Erleben von Freude an einem Grossanlass. Natürlich erwarteten die Trainer das Überstehen der Vorkämpfe und den Einzug in die Halbfinals oder gar in die Finals. Und das ist auch in mehreren Fällen gelungen. Es herrschten ideale Wettkampfbedingungen und das angenehme Wetter liessen diesen Anlass für die Startenden und die Zuschauer zu einem richtigen Fest werden.


Yannick Rohrer ein Ausnahmekönner

Der 2002 geborene Zurzacher – er besucht im zweiten Jahr die Bezirksschule – trainiert nun schon seit vier Jahren im LC. Und er hat bereits viel erreicht: Mehrmals schnellster Aargauer, Silbermedaillengewinner am Schweizer Sprintfinal, mehrfacher Kantonalmeister im Sprint über 60 Meter und im Staffellauf. Er kennt schon mit 13 Jahren die wesentlichen Merkmale der Topsprinter: Vorspannung im Fuss beim Aufsetzen, totale Bein- und Hüftstreckung beim Abstossen, hohe Beckenführung, angespannte Bauch- und Po-Muskulatur, hoher Kniehub, Schrittfrequenz fast wie bei einer Nähmaschine sowie kurzer Bodenkontakt in jedem Schritt. Dieses Jahr zeigte er erneut eine solide Leistung am wichtigsten Anlass des Jahres. Den Vorlauf gewann er überlegen in 8.46 Sekunden und im Halbfinal zeigte er mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 8.39 Sekunden sein Potenzial auf. Yannick hat die einzigartige Fähigkeit, sich in allen Läufen bis zum Final steigern zu können. Man durfte also auf den Final gespannt sein. Die acht Finalisten legten nach dem Schuss aus der Pistole des Starters los und Yannick Rohrer ging von Anfang an in Führung. Mit klarem Vorsprung überlief er als Erster die Ziellinie. Doch oh Schreck! Die Zuschauer und insbesondere die soeben durch das Ziel gelaufenen Sprinter, die alles gegeben hatten, mussten vernehmen, dass die Zeitmessung ausgefallen war. Die acht Läufer mussten nochmals an den Start zurück und schon nach fünf Minuten erneut zum zweiten Finallauf antreten. Da hätte der Organisator gut getan, die Jugendlichen erst nach einer halben Stunde nochmals loszuschicken. Denn innert fünf Minuten kann sich der Körper nicht erholen und man kann für eine Topleistung in dieser viel zu kurzen Pause nicht bereit sein. Doch Yannick konnte auf die Zähne beissen und siegte erneut mit 17 Hundertstelsekunden Vorsprung.

Yannick Rohrer (Bahn 5) beim Goldlauf
Yannick Rohrer (Bahn 5) beim Goldlauf

Im Weitsprung zeigte sich Yannick nochmals von seiner besten Seite. Bis zum zweitletzten Sprung lag er auf Platz zwei. Dann im letzten Sprung stimmte alles. Ein ausgezeichneter Anlauf aus 26 Metern und gute Frequenzsteigerung in den letzten Schritten mit genauem Treffen des Balkens führten zu einem gewaltigen Sprung auf die ausgezeichnete Weite von 4.95 Meter. Er lag damit aber nur um einen Zentimeter weiter als der bis dahin führende Kim Jan Flükiger vom TV Zofingen.


Gold und Silber im Diskuswerfen

Das gab es für die Zurzacher noch nie. Die beiden U14-Athleten Adrian Mathis und Eliseo Weber zeigten in ihrem ersten Wettkampf mit der anspruchsvollen Drehtechnik und dem 750 Gramm schweren Diskus Erstaunliches. Ihr Trainer Hansjörg Weber hat ihnen im Winter einiges vermitteln können. Und siehe da: Adrian gewann mit 20.78 Meter die Goldmedaille und Eliseo mit 18.79 Meter die Silbermedaille. Im Speerwerfen kam Adrian mit dem 400 Gramm-Gerät auf gute 27.12 Meter und Eliseo im Kugelstossen mit 7.70 Meter auf den fünften Platz. Die beiden befinden sich auf einem guten Weg, Mehrkämpfer zu werden. Erstaunlich war auch der Einsatz von Adrian Mathis in der Mittelstreckendistanz über 2000 Meter, wo er mit Bestzeit von 7:49.23 Minuten auf den guten fünften Rang kam.


Hürdenlaufen als starke Disziplin der Zurzacher

Die heutigen Könnerinnen Tessa Morshuis, Leonie Neff und Jessica Büeler haben es ihnen in den letzten Jahren vorgelebt. In Wohlen erkämpfte sich Eliseo Weber im spannenden Halbfinal und Final die Silbermedaille über 80 Meter Hürden in persönlicher Bestzeit von 14,99 Sekunden. Bei den Mädchen U14 tat es ihm die vielseitige Jamie Reuper über 60 Meter Hürden gleich. Auch sie lief auf den zweiten Platz in neuer Bestzeit von 10.66 Sekunden. Im Sprint über 60 Meter lag Jamie Reuper klar auf Medaillenkurs nach guten Leistungen im Vorlauf und Halbfinal. Doch sie weiss nun, dass ein Rennen erst nach der Ziellinie zu Ende ist und nicht schon zehn Meter vorher. Jamie wähnte sich sicher, wurde aber von drei Mitfinalistinnen abgefangen, weil sie auf den letzten Metern die Beschleunigung abschaltete! Sprints werden eben häufig auf den letzten Metern entschieden!   


Die weiteren Resultate

Bei den jüngsten Teilnehmenden kam der erst achtjährige Finn Zihlmann in seiner Vorlaufserie über die Sprintstrecke von 50 Meter auf 10.00 Sekunden. Im Weitsprung kam er mit 2.28 Meter auf den 28. Rang.

Finn Zihlmann, der jüngste Teilnehmer mit acht Jahren
Finn Zihlmann, der jüngste Teilnehmer mit acht Jahren

Seine Schwester Mia war im Sprint sogar schneller als Finn; sie erreichte mit 9.71 Sekunden in ihrem Vorlauf den 6. Platz. Im Weitsprung erreichte Mia von 67 Teilnehmenden den 46. Rang mit 2.50 Meter. Victoria Leuenberger (2006) wurde im Weitsprung 40. mit 2.65 Meter und im Sprint über 50 Meter im Vorlauf Fünfte in 9.73 Sekunden. Sehr gut im Kommen ist Mathis Rahel (2006): Sie drang im Sprint mit 8.72 Sekunden bis in den Halbfinal vor, im Weitsprung kam sie auf Rang 32 mit 2.70 Meter und im Ballwerfen wurde sie im Feld der 55 Werfenden 21. mit 13.75 Meter.


In der Kategorie U12 Mädchen erreichte die junge Mehrkämpferin Isabella Leuenberger über 60 Meter im Vorlauf 10.88 Sekunden und im Weitsprung 2.79 Meter (Rang 60) sowie im Ballwerfen 15.06 Meter (Rang 45). Amelie Fechner zeigte zwei gute Sprint-Läufe (Vorlauf gute 10.02 Sekunden und Halbfinal 10.14 Sekunden); im Weitsprung flog sie auf 3.31 Meter (Rang 31).

Amelie Fechner (Mitte), eine der Jüngsten, doch schon gut drauf!
Amelie Fechner (Mitte), eine der Jüngsten, doch schon gut drauf!

Bei den Mädchen U14 lief Alicia Fechner im Sprintvorlauf über 60 Meter in 9.74 Sekunden als Vierte ins Ziel. Im Kugelstossen belegte sie mit persönlicher Bestleistung von 6.06 Meter 19. Platz. Andrina Schleuniger erreichte im Sprint mit 9.04 Sekunden gar den Halbfinal und im Feld der 80 Weitspringerinnen wurde sie mit guten 4.13 Meter 26.

 

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