Zweimal Gold und ein fataler Sturz 

Bad Zurzach (ax) – An den kantonalen Staffelmeisterschaften in Zofingen holte der LC Bad Zurzach in der Kategorie U18 der Frauen über 4 x 100 Meter und in der Kategorie U14 mixed die Goldmedaille.


Staffellaufen können die Zurzacher Leichtathleten. Bereits seit dem Aufbau des Clubs im Jahre 2009 wurde im Training sehr viel investiert in die Wechseltechnik und in die Entwicklung des Sprints, vor allem in die Technik des Laufens und der Beschleunigung. In den letzten drei Jahren brachten die Sprinterinnen sogar von den Schweizermeisterschaften Medaillen mit nach Hause. Sie zählen zu den besten Staffelteams der Schweiz. Und in den schon seit sechs Jahren im Trainingsprozess stehenden Läuferinnen Tessa Morshuis, Svenja Moll, Jessica Büeler, Dina Holenstein, Leonie Neff und Annabell Büeler sowie neuerdings auch mit Delia Schüpbach aus Full stehen sieben erfahrene und harmonisch aufeinander abgestimmte Staffelspezialistinnen zur Verfügung.


Um zu gewinnen, muss man riskieren!

Der Trainer Cor Madou hat verlangt, dass die erfahrensten und sichersten Läuferinnen Tessa Morshuis und Jessica Büeler in der 4 x 100 Meter-Staffel neu die Teilstrecken zwei (Gegengerade) und die drei (zweite Kurve) laufen werden, obschon Tessa schon seit Jahren immer Schlussläuferin war. Doch den beiden fortgeschrittenen Sprinterinnen konnte man am ehesten zumuten, unterwegs zweimal zu wechseln, nämlich den Stab zuerst zu übernehmen und dann zu übergeben. Delia Schüpbach ist erst knapp seit zwei Jahren im Trainingsprozess und Svenja Moll sollte wegen ihrer instabilen Fussgelenke nur die Gerade laufen. Und dieser Entscheid des Trainers war – trotz anfänglichem Widerstand der Läuferinnen – goldrichtig. Es musste kein Halbfinal gelaufen werden, da sich eine gemeldete Mannschaft zurückgezogen hatte. Somit genügten die sechs Bahnen für eine einzige Serie.


Delia Schüpbach machte in ihrem ersten Staffelrennen alles richtig. Explosiver Start und ausgezeichneter lockerer Kurvenlauf mit ausgeprägter Innenneigung. Die Übergabe auf Tessa Morshuis verlief wie Butter. Tessa kennt die Risiken eines sogenannten „scharfen“ Wechsels, aber sie beherrscht sie auch. Und sie konnte zusetzen und bereits auf der Gegengerade von den sechs laufenden Teams die Führung übernehmen. Die Übergabe auf Jessica wurde ja schon hunderte Mal geprobt in den vergangenen Jahren. Das konnte nichts schief laufen. Jessica hielt die vordere Position und konnte ausgangs der zweiten Kurve die schnelle Svenja Moll – immerhin die Nummer zwei im Aargau im vergangenen Jahr – auf die Zielgerade schicken, und dies mit einem beachtlichen Vorsprung, der eigentlich zum Sieg reichen sollte. Doch Svenja konnte noch zulegen.  49,46 lautete die hervorragende Zeit. Und es war die zweitbeste Leistung der Zurzacherinnen seit 2010. Das Team des BTV Aarau kam mit  50.38 Sekunden auf den 2. Rang.

Die Goldmädels über 4 x 100 Meter Tessa Morshuis, Svenja Moll, Jessica Büeler, Delia Schüpbach
Die Goldmädels über 4 x 100 Meter Tessa Morshuis, Svenja Moll, Jessica Büeler, Delia Schüpbach

Das Mixed-Projekt über 5 x 80 Meter führte zum Erfolg

Der Trainer Hansjörg Weber wollte möglichst alle am Staffellaufen Interessierten einsetzen. Für eine reine Herrenstaffel fehlten die Sprinter. Nur drei standen zur Verfügung, nämlich Yannick Rohrer, Adrian Mathis und Eliseo Weber. So wurde denn ein gemischtes Team für die Meisterschaft angemeldet. Nicht mit den schnellsten Sprinterinnen, aber erfahrenen jungen Damen. Fiona Binder und Nora Tschuor gaben alles und die neu erstellte Staffelgruppe lief auf Anhieb zur Goldmedaille. Gute 56,57 Sekunden lautete die Siegerzeit vor den beiden Teams  von Satus Gränichen und LAG Auw. Dieser Versuch hatte sich gelohnt.

Die Mixed-Staffel Gold U14 mit Eliseo Weber, Adrian Mathis, Yannick Rohrer, Fiona Binder und Nora Tschuor
Die Mixed-Staffel Gold U14 mit Eliseo Weber, Adrian Mathis, Yannick Rohrer, Fiona Binder und Nora Tschuor

Statt Gold gab es einen Sturz und Tränen

Die fünf schnellsten Nachwuchssprinterinnen in der Kategorie U14 wurden zu einem starken Frauenteam zusammengestellt.  Monja Richner, Andrina Schleuniger, Vera Baumann, Laura Perlini und Jamie Reuper trainieren schon seit Jahren zusammen in der Sprintgruppe. Eine sehr gute Leistung durfte erwartet werden. Zunächst war ein Vorlauf zu überstehen. Die Übergabe von Monja Richner auf Andrina Schleuniger klappte ausgezeichnet, auch der Wechsel zwei auf Vera Baumann. Doch dann stockte dem Betreuerteam der Zurzacherinnen und den Athletinnen der Atem: Vera Baumann stolperte unterwegs, fiel hin, zog sich Schürfungen zu, rappelte sich aber schnell wieder auf und konnte den Stab wieder aufnehmen und an die schnelle Laura Perlini übergeben. Und Laura machte das Unmögliche möglich. Sie lief trotz des vorangegangenen Sturzes von Vera in einer eindrücklichen Aufholjagd zum Sieg in ihrer Vorlaufserie.


Dann folgte zwei Stunden später der Finallauf. Alles lief zunächst gut an. Doch oh Schreck: Vera ereilte das gleiche Missgeschick wie im Vorlauf. Sie fiel in vorderster Position laufend nach einem Stolperer erneut hin, der Staffelstab flog weit fort und die anderen mitlaufenden Teams eilten davon. Welch eine Enttäuschung für die Läuferinnen. Vera hatte arg geschundene Knie und Ellbogen und weinte bitterlich. Das war auch verständlich. Doch in solchen Situation kommen die Fairness und die Kameradschaft zum Zug. Das Trösten der gestürzten Kollegin stand im Vordergrund, nicht die Trauer über die verlorene Goldmedaille. Dieses eindrückliche Verhalten des Teams ist beispielhaft. Nur im Sport sind solche Überwindungen möglich.


Vier 8- und 9-jährige Knaben und Mädchen erstmals an der kantonalen

Staffelmeisterschaft

Die Altersgruppe U12 des LC Bad Zurzach hat sich im Herbst neu formiert. Doch für das Erlernen der Wechseltechnik über die Strecke 6 x frei (400 Meter) war die Zeit zu kurz. Also entschlossen sich die Trainer Gabi Andert und Franz von Arx, die interessierten Jugendlichen für die Staffeln 3 x 1000 m anzumelden. Es gab eine Knabenstaffel mit Robin Villiger, Kevin Noya und Finn Zihlmann sowie eine Mädchenstaffel mit Victoria Leuenberger, Rahel Mathis und Amelie Fechner. Die Siegerteams hatten Kinder im Alter von elf Jahren im Einsatz. Die Zurzacher aber fünf Kinder im Alter von acht und neun Jahren. Sie wussten, dass nicht der Rang das Entscheidende war, sondern das Durchstehen der Strecke über 1000 Meter pro Läuferin und Läufer. Und das machten sie bravourös. Das Knabenteam erreichte eine Zeit von 12:38.38 Minuten und die Mädchen 13:53.28 Minuten. Sie haben ihr Bestes gegeben und fanden auch das richtige Tempo, um ohne Einbrechen und ohne Sauerstoffschuld über die Strecke von 1000 Meter zu kommen. Es war also ein Sieg über sich selber und die erstmals laufenden Kinder, die Eltern und auch die Trainer waren sehr zufrieden mit dem eindrücklichen Erlebnis in Zofingen.


Der jüngste Läufer Finn Zihlmann (2007) über 3 x 1000 Meter
Der jüngste Läufer Finn Zihlmann (2007) über 3 x 1000 Meter

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