kantonale Staffelmeisterschaften: Beim letzten Wechsel Medaille verloren!

Bad Zurzach (ax) – 140 Teams kämpften am vergangenen Samstag in Baden um die Meistertitel in den Staffelläufen. Erstmals kam der LC Bad Zurzach ohne Medaille nach Hause.

Die neun Staffelläuferinnen des LC
Die neun Staffelläuferinnen des LC

Seit 2010 sind die Damen des LC Bad Zurzach jedes Jahr mit mehreren Titeln von den Staffelmeisterschaften zurückgekehrt. Das Staffellaufen war bisher ihre Stärke. Und bis zu 15 Mannschaften konnte der LC jeweils anmelden. Dieses Jahr waren es gerade noch zwei Teams, welche nach Baden fuhren. Allerdings schickte man die Besten. Mit dem Team der Frauen U20 mit Delia Schüpbach (1999) aus Full, Tessa Morshuis (1998) aus Bad Zurzach, Jessica Büeler (1999) aus Baldingen und Svenja Moll (1999) aus Tegerfelden strebte man den siebten Titel an. Seit die Mädchen mit dreizehn Jahren 2010 erstmals an den Start gingen, brachten sie immer Gold nach Hause. Sie standen sogar schon bei Schweizer-meisterschaften auf dem Podest.

 

Schmale Spitze bei der Elite

In den Kategorien der Frauen, U23 und U20  waren gerade mal vier Teams über

4 x 100 Meter angemeldet. Dies war das Handicap für die Zurzacherinnen.  Sie waren die einzige Mannschaft in der Alterskategorie U20. Also mussten sie zusammen mit den Damen der nächsthöheren Kategorien laufen. Nach dem

17. Altersjahr sind in der Leichtathletik nicht mehr viele mit dabei. Denn die hohen Ansprüche in der Kantonsschule, im Studium, in der Lehre oder Beruf sowie die Verlagerung der Interessen erlauben es den meisten Sportlerinnen nicht mehr, einem regelmässigen Leistungstraining nachzugehen und es fehlt an der nötigen Motivation. Wer an der Spitze mitmischen will, muss vier- bis fünfmal pro Woche trainieren. Das nehmen nur noch wenige auf sich. Aber rund zehn junge Damen des LC Bad Zurzach sind immer noch zu diesem Aufwand für ihre Sportart bereit.

 

Staffellaufen verlangt Risikobereitschaft

Will man im Staffellaufen gewinnen, muss man Risiken eingehen. Sogenannte Sicherheitswechsel innerhalb der Wechselzone bringen keinen Erfolg. Man muss aufs Äusserste gehen. Staffellaufen ist eine attraktive Disziplin. Sie erfordert von allen Beteiligten höchste Konzentration, damit im richtigen Zeitpunkt wegge-laufen wird. Doch es braucht auch Vertrauen sowohl zu der den Stab überbring-enden als auch zur übernehmenden Staffelläuferin. Die Wechseltechnik muss eingespielt und sehr oft trainiert werden. Weglaufmarken von 15 – 18 Fuss müssen ausgelotet sein, damit der Stab erst bei Erreichen der Höchstgeschwin-digkeit der übernehmenden Läuferin ganz am Ende der Wechselzone in die Hand gedrückt wird. Die Übergabezone darf nicht überlaufen werden. Das hat seinen besonderen Reiz und birgt auch Risiken. Sprinterinnen laufen zu früh weg oder sie verpassen den richtigen Zeitpunkt zum Wegrennen. Das kann zur Disquali-fikationen oder eben zu sog. „stumpfen“ Wechseln führen. Und der Stab darf auf keinen Fall aus den Händen fallen, so wie dies vor kurzem der Nationalmann-schaft der Schweizer-Frauen in Zürich an den Europameisterschaften passiert ist.

Die Wechselzone in der 4 x 100 Meter-Staffel
Die Wechselzone in der 4 x 100 Meter-Staffel

Der dritte Wechsel klappte nicht

Delia Schüpbach - sie macht am PSI die Lehre als Physiklaborantin -  war Start-läuferin und legte einen eleganten Kurvenlauf mit starker Innenneigung und hoher Frequenz hin. Tessa Morshuis, die Kantonsschülerin, wartete mit hoher Spannung auf das Weglaufen zum ersten Wechsel, sobald Delia auf die Ablauf-marke kam. Tessa traf den genau richtigen Moment. Es folgte ein fulminanter Sprint. Die jungen Zurzacherinnen hielten sich sehr gut im Rennen mit den älteren Sprinterinnen. Auch der Wechsel von Tessa auf Jessica Büeler, die ange-hende Kleinkindererzieherin, klappte recht gut. Schliesslich trainieren und laufen sie schon seit acht Jahren zusammen. Bis jetzt lief es gut. Man war immer noch gut bei den Leuten vor dem dritten Wechsel. Dort wartete Svenja Moll – sie ist in einer Apotheke in der Lehre als Pharmaassistentin - in Lauerstellung. Sie ist bekannt als Schnellstarterin mit sehr hoher Beschleunigungsfrequenz und war 2015 immerhin schnellste Aargauerin in der Katgegorie U16. Vielleicht vermochte Jessica am Ende der 120 Meter langen durchlaufenen Sprintstrecke nicht mehr ganz auf Höchsttempo zu bleiben, vielleicht lief Svenja einige Zentimeter zu früh weg, bevor die den Stab überbringende Jessica auf die Weglaufmarke kam. Svenja lief wie aus der Kanone geschossen weg, streckte am Ende der Wechsel-zone die Hand nach hinten, um den Stab zu übernehmen. Der Stab kam aber nicht und Svenja griff ins Leere. Jessica kam nicht mehr an sie heran vor dem Ende des Wechselraumes. Und es folgte die grosse Enttäuschung. Aus der Traum von der Medaille. Die Disqualifikation war die Folge. Das Team hofft nun, sich an den Schweizermeisterschaften vom 27. August in Basel  revanchieren zu können. 

 

Der Nachwuchs aber ist im Kommen!

In der Staffel 5 x 80 Meter starteten für den LC Bad Zurzach fünf hoffnungsvolle Sprinterinnen, die nun schon seit vier und fünf Jahren miteinander trainieren und an die Spitze kommen möchten. Bei 5 x 80 Meter gelten die gleichen Regeln wie bei 4 x 100 Meter. Die 400 Meter-Strecke war auf die folgenden fünf Athletinnen, die je 80 Meter zu laufen hatten, aufgeteilt: Schleuniger Andrina (2003) aus Tegerfelden, Baumann Vera (2003) aus Klingnau, Strebel Melissa (2001) aus Lengnau, Perlini Laura (2002) aus Bad Zurzach und Reuper Jamie (2002) aus Tegerfelden.

Stabübergabe von Laura Perlini auf Jamie Reuper
Stabübergabe von Laura Perlini auf Jamie Reuper

Die Übergaben waren recht flott. Doch die Sprintqualität war noch hier und dort noch nicht locker und harmonisch. Bei der einen oder anderen Athletin war am Ende der Strecke eine Verkrampfung wahrzunehmen. Im Vorlauf wurde das gesteckte Ziel, sich für den Finallauf zu qualifizieren, sauber erreicht mit 53,65 Sekunden. Im Finallauf, als es um die Medaillen ging, kam wahrscheinlich Nervo-sität auf.  Mit 54,20 Sekunden reichte es nur zum undankbaren vierten Platz. Die Vorlaufzeit hätte fürs Podest ausgereicht. Die jungen Sprinterinnen konnten im Finallauf nicht mehr zulegen, wie das üblicherweise der Fall ist. Allerdings dürfen die Trainer Hansjörg Weber und Gabi Reuper zuversichtlich sein für die Zukunft. In diesen Mädchen steckt Potenzial.

 

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